
01.04.2025
Kopelke: „Deutschlands Polizei geht die Luft aus“
Mit Blick auf die am Mittwoch vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2024 bekräftigt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ihre Forderungen nach einer nachhaltigen und kräftigen Stärkung aller Sicherheitsbehörden in Deutschland. „Wir opfern uns jeden Tag für die Menschen in Deutschland auf und kommen nicht mehr gegen diese Kriminalitätsentwicklung an. Einsätze und Straftaten auf der Straße, in den Wohnungen und im virtuellen Raum nehmen spürbar zu. Wir können grade mal die Hälfte der Taten aufklären und werden dabei immer mehr selbst zum Ziel von Tätern“, betont GdP-Bundesvorsitzender Jochen Kopelke am Mittwoch in Berlin. Zu wenig Personal, zu hohe Anforderungen des Datenschutz, veraltete Technik und Software und enorme Überstunden erschweren nach Meinung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Gefahrenabwehr und Kriminalitätsbekämpfung. „Deutschlands Polizei geht die Luft aus. Was wir brauchen ist dringend kraftvolle Unterstützung mit finanziellen Mittel, Personal und moderneren Gesetzen. Was wir brauchen, sind 20.000 zusätzliche Stellen mehr in Bund und Ländern“, fordert Kopelke.
Als inakzeptabel bezeichnet Kopelke die erhebliche Zunahme verletzter Polizistinnen und Polizisten. Statistisch wurden jeden Tag 305 Polizisten Opfer. Kopelke: „Schnelle Anklage und spürbare Strafen für Angreifer, muss die Antwort an diese Polizeihasser sein. Zusätzlich müssen wir und unsere Polizeifamilien endlich besser geschützt und abgesichert sein.“
Deutlich mehr Anstrengungen bei der Prävention fordert Kopelke angesichts steigender Zahlen gewalttätiger Kinder und Jugendlicher. Daher brauche es ein bundesweites Konzept zur Eindämmung der Gewalt- und Messerkriminalität, insbesondere bei jungen Männern, so der Gewerkschafter.
Gemeinsam mit der Justiz muss der GdP zufolge der Kollaps der Strafverfolgung abgewendet werden und die Sicherheit wieder spürbar Einzug halten. „Die Menschen in Deutschland fühlen sich unsicher, wir Polizisten brauchen mehr Unterstützung, und die Politik muss das jetzt umgehend lösen“, unterstrich der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke.
Die GdP sieht angesichts der komplexen Herausforderungen durch politische Umbrüche, Extremismus, Kriminalität und eine misslungene Migrationspolitik dringenden Handlungsbedarf. In ihrer Saarbrücker Erklärung forderte sie eine umfassende Sicherheits- und Finanzierungsstrategie, die sowohl die bestehenden Probleme der Sicherheitsbehörden angeht als auch die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten verbessert. Dazu fordert die GdP nicht nur mehr Personal und verbesserte Arbeitsbedingungen, sowie ein Sondervermögen für die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern, sondern auch die Erweiterung von Befugnissen für Sicherheit im virtuellen Raum und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
